Mario Herger

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Woche -14: Auf Büro- und Bankensuche

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Virtual OfficeDer Notariatsakt für die Gründung der Rappelkopf Media AG ist vorbei, aber wo logieren wir vornehm? Und wichtiger: wo wollen wir die Millionengewinne parken? Auf den Jersey Islands, der Karibik oder Ischl? Bei Madoff, Meinl und Medici?

Bevor der Notar die Dokumente beim Handelsgericht einreichen kann, mussten wir ein Bankkonto eröffnen, auf dem die Aktionäre ihre Anteilsbeträge einzahlen konnten. Eine Recherche auf den Websites trennt rasch die Spreu vom Weizen, was Firmenkonten betrifft. Leider meinen viele namhafte Banken, dass sie ausser schmissigen Werbeslogans keine weiteren Informationen zu den Konditionen und inkludierten Services auf eine Website reinstellen müssen. Nur zwei von sechs per Internet durchforsteten Banken hatten schnell und leicht auffindbar Details verfügbar, die einem unbedarften Neugründer einen guten Überblick gaben. Nachdem wir Hypo NÖ, Erste Bank, Raiffeisen und Easybank wegen unzulänglicher Information, überbordendem Marketingblabla oder schlicht Unbedienbarkeit der Website schnell den Laufpass gaben, blieben BAWAG und Bank Austria übrig. Beide hatten ausreichend Details zu Firmenkonten online, wobei speziell die Bank Austria als vorbildlich zu sehen ist. Letztere bot nicht nur die obligaten Übersichtstabellen mit allen Konditionen und Preisen an, sondern führte mittels 8 Fragen den Besucher zu den relevantesten Funktionen des Firmenkontos.
Diesen zwei Banken statteten wir somit einen persönlichen Besuch ab. Und wurden im ehemaligen Postsparkassengebäude der jetzigen BAWAG im ersten Bezirk belehrt, dass wir eigentlich einen Termin ausmachen hätten sollen. Denn "ein Firmenkonto eröffne man halt nicht so wie ein privates Konto". Betropezt und voller Schuldgefühle schlurften wir dem Sachbearbeiter hinterher, der doch eine Ausnahme machen wollte, trotz Urlaubssaison, Umorganisation und viel Arbeit. Der Auftakt nur ein Vorgeschmack auf das Weitere. Viele Erklärungen schienen uns nicht schlüssig, auch die Praxis der Bank nach notwendigen Meldezettel für die Vorstände und möglicher Ablehnung (weil ich in den USA wohne und in Österreich nicht gemeldet bin, und die BAWAG-interne Auslandsabteilung das Einspruch machen könnte), sowie der notwendigen Sicherstellung mittels gesperrtem Sparbuch, um überhaupt eine Kreditkarte ausgestellt zu kriegen, schienen uns bürokratisch und wenig kundenfreundlich.

Daraufhin gaben wir der Bank Austria dieselbe Chance und schauten in der Filiale im ehemaligen Creditanstalt-Gebäude am Schottentor vorbei, und zwar ebenso unangemeldet. Nach einigen Telefonaten um zuständige Damen und Herren zu finden, kam auch gleich ein Sachbearbeiter, Herr Mag. Ronald Oberhuber, und hatte nicht nur eine ausführliche Brochure mit, sondern strich auch gleich mal die Kosten für das kleinste Paket zusammen und reduzierte es von €15 auf €9 pro Monat. Nicht weiter zu erwähnen brauche ich, dass ein Meldezettel nicht notwendig war (also keine Notwendigkeit für mich, bei der Verwandtschaft angemeldet zu werden) und es Kreditkarte ohne Probleme und Sicherstellung gibt.

Es dürfte aufmerksamen Lesern nicht schwer fallen zu erraten, welche Bank es geworden ist. Genau. Nachdem wir noch am Abend die Gründungsdokumente per Email an den Mag. Oberhuber  geschickt haben, fanden wir uns am folgenden Donnerstag ein, leisteten ein paar Unterschriften und das Bankkonto war nach nicht mal 15 Minuten eröffnet. Damit konnte die Kontoinformation an die Gründungsaktionäre verschickt werden, sodass das Stammkapital eingezahlt werden konnte. Ist dieses mal eingezahlt, dann wird von der Bank schriftlich die Einzahlung bestätigt und der Notar kann die AG beim Handelsgericht anmelden.

Von soviel Erfolg beflügelt gingen wir gleich die nächste Herausforderung an: den offizielle Firmensitz zu finden. Hier tritt ein klassisches Henne & Ei Problem auf: ohne Firmensitz keine offizielle Registrierung beim Handelsgericht, ohne offizielle Registrierung kann man keinen Mietvertrag auf Namen der Firma unterschreiben. Hilfreich wie unsere Aktionäre sind, hat einer selbstlos seine Büroadresse als vorläufigen Firmensitz der AG angeboten. Ohne dabei zu realisieren, dass er in den nächsten Tagen mit Werbung zugeflutet werden wird. Diesen Werbetsunami bei Firmengründung müssen viele Jungunternehmer erst mal überleben.

Weil die mit der Rappelkopf Media AG interagierenden Personen ohnehin sehr, also wirklich seeeehr verstreut sitzen werden - inklusive der beiden Vorstände - ist ein "echtes" Büro - also eine klassische Redaktion - mit Arbeitsplätzen, Garagenabstellplätzen und Fitnessräumlichkeiten nicht notwendig. Die benötigten Services umfassen eine Zustelladresse, Fax und ein Sekretariat, das Anrufe entgegennehmen kann. Und als Draufgabe die Möglichkeit, für den Fall der Fälle tageweise repräsentative Besprechungsräume und Büros in Anspruch zu nehmen. Deshalb gibt es "Virtual Offices", wie jene von Bena und Regus, die an mehrere Lokationen in Wien genau das anbieten. Wir waren bei Bena im Fischhof im 1. Bezirk und wurden von der Key Account & Customer Relations Managerin Sabina Mehan informiert und herumgeführt. Zu Preisen ab €229,- können junge Unternehmen eine erste Heimat finden. Und sollten das Unternehmen expandieren, können die virtuellen Offices einfach zu realen Büros mit voller Büroinfrastruktur upgegradet werden und man wird durch die Nachbarschaft von vielen kleinen Unternehmen inspiriert.

Uns hat's gefallen. Welche Adresse es letztendlich wird, ist noch nicht klar, dazu müssen noch die anderen Anbieter abgeklappert werden. Und dann wartet da noch das leidige Handy- und Datenkartenproblem. Welchen Anbieter wollen wir da auswählen? Und irgendwann sollte ich mich auch einmal um die erste Ausgabe der Zeitschrift selbst auch kümmern...
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Kommentare (3)Add Comment
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Ich will nicht hämisch klingen
geschrieben von Nina, July 07, 2009
... aber irgendwo beruhigt es mich, dass nicht nur ich von der BAWAG so beschissen behandelt werde. Die sind offensichtlich wirklich drauf erpicht, ihre letzten Kunden loszuwerden. Und ich bin wirklich schon massiv am Überlegen, ob ich nicht zur BA wechseln soll.
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...
geschrieben von Thomas, July 07, 2009
Firmenhomepages sind mir oft ein Dorn im Auge.
Manchmal findet man nicht mal Kontaktdaten oder wichtige Informationen (Oeffnungszeiten), sondern wird mit bunten Flashfilmen zwangsbeglueckt.

Bei der BA ist meiner Meinung nach das Privatkunden-Service in den letzten Jahren schwaecher geworden. Liegt aber vielleicht an meiner Filiale.
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Bank Austria
geschrieben von Mario, July 07, 2009
Ich bin seit Jahren Privatkunde bei der Bank Austria (vormals Creditanstalt) und habe Konten in Deutschland und natürlich USA. Vom Service sind die schon nicht schlecht, wenn auch nicht alles gut ist. Aber die BA-Website hatte die bei meisten beste und benutzerfreundlichste Darstellung zu Firmenkonten und auch die besten Konditionen. Speziell wenn ich alles online machen muss, ist das von Vorteil.

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Last Updated on Monday, 06 July 2009 23:23  

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Kommentare

Satiremagazinblog - Das 1. Jahr Rappelkopf
Ich stehe auf bissigen Humor
Satiremagazinblog - Das 1. Jahr Rappelkopf
Bravo an Herrn Mario Herger! Ganz tolle Arbeit die sich jahrelang mueh...
Interessen
ich versuchte volkstanz musik zu "download" und finde ein Blog, ha ha