Mario Herger

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Woche -24: Ich gründe einen Verlag

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Titelblatt der Pilotnummer von Rappelkopf zur EURO 08Heute habe ich es getan: nach Monaten des Herumrechnens, Überlegens und Vorbereitens habe ich diesen Morgen den Anstoss gegeben, einen Verlag zu gründen. Einen Verlag um eine Satirezeitschrift für Österreich herauszugeben. In den folgenden 24 Wochen werde ich eine ganze Reihe an Herausforderungen in Angriff nehmen müssen, um am angepeilten Startdatum 15. Oktober 2009 die erste gedruckte Ausgabe des regelmässig erscheinenden Satiremagazins Rappelkopf herauszugeben. Dieser Blog soll mir ein Ventil sein, Gedanken, Frust und hoffentliche viele Erfolge zu formulieren und kontrolliert auszulassen. Wenn der Blog anderen in einer ähnlichen Situation Hilfe und Rat geben wird, dann ist das nur willkommen.

Aber zuerst mal langsam und ein kleiner Rückblick.

Im Sommer 2007 begann ich unter Rappelkopf.at die bereits länger im Hinterkopf dämmernde Idee eines Satiremagazins in die Tat umzusetzen. Zuerst rein als Online-Version, um einerseits zu sehen wie und ob ich es durchhalte, regelmässig satirische Beiträge zu veröffentlichen, und auch andere Satiriker und Zeichner für die Online-Version zu gewinnen. Andererseits um eine Leserschaft aufzubauen und auszuprobieren. Das Satiremagazin lehnt sich dabei an einige US-amerikanische und französische Satire- und Comiczeitschriften an. Da ich als Wiener in Kalifornien wohne, ist mir der US-Satiremarkt sehr bekannt, genauso wie der französische durch meine Leidenschaft zu französischen und belgischen Comics. Die von mir abonnierten und verschlungenen Zeitschriften sind dabei The Onion, The Funny Times, The Humor Times, The Santa Cruz Comic News, Fluide Glacial, l'Echo des Savanes, BoDoï, dBD und Casemate. Die letzten drei sind dabei reine Comicmagazine.

Sich dazu aufraffen, neben dem Brotberuf regelmässig einen humoristischen Text zu meist ernsten Theman zu verfassen, ist nicht leicht und wird von der Allgemeinheit unterschätzt. Aber viele andere haben es geschafft, warum also nicht auch ich? Zwei Jahre später bin ich durch einige Höhen und Tiefen gegangen, aber der Biss und die Lust sind immer noch da. Ganz im Gegenteil. Ich habe mehr Ideen als Zeit. Auch hat sich meine persönliche Rate an Texten auf  3-4 pro Woche eingependelt, die immer wieder durch Cartoonisten ergänzt werden, die mir bereitwillig und gratis Cartoons bereitstellen. Seite 25 der Pilotnummer

Ein Höhepunkt war die Veröffentlichung einer Pilotnummer von Rappelkopf Anfang Juni 2008, anlässlich der Fussballeuropameisterschaft Euro 08, die in Österreich und der Schweiz stattfand (von der Pilotnummer gibt es noch Restexemplare, wer eine bestellen will, schicke mir einfach eine Email). Mitgewirkt hat dabei Niki Donner, mein "Partner in Crime". Auch wenn alles nicht so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben, es hat uns geholfen wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Und nicht nur das: mehr als 30 Satiriker, Kabarettisten und Cartoonisten haben gratis Material zur Verfügung gestellt. Ich persönlich war überrascht, wie nett, hilfsreich und begeistert die überwiegende Mehrheit dieser Beiträger war. Man hat richtig die Lust dieser Leute an ihrer Arbeit gespürt.

Durch diese Pilotnummer habe ich, der sich zwar immer für Journalismus und das Zeitungswesen interessiert hat, aber letztendlich ganz was anderes studierte (wen's interessiert: Technische Chemie und Handelswissenschaften, was mich logischerweise zu einer deutschen Softwarefirma ins Silicon Valley brachte), gelernt, welche Punkte bei der Produktion und Veröffentlichung einer Zeitschrift zu beachten sind.

Darunter sind Finanzierung und genaues Beachten des Cashflows, die Auswahl der richtigen Leute, mit denen man zusammenarbeit, dass man keine Kompromisse bei der Qualität der Inhalte eingehen darf, die Bedeutung des Designs und Layouts der Zeitschrift und gerade bei einer Satirezeitschrift auch die rechtliche Seite. Manche Leute sind sehr empfindlich und die österreichische Rechtsprechung ist im Vergleich zu der in den USA was die Meinungsfreiheit betrifft relativ rückständig.

Auf diese Punkte werde ich in den nächsten Blogs eingehen. Heute habe ich die Schritt gesetzt, dass ein Verlag in der Rechtsform als GesmbH gegründet wird, dass die Finanzierung durch Eigenmittel und Kredit vorbereitet wird, und dass wir beginnen, die richtigen Leute die schon teilweise ihr Interesse an Mitarbeit kundtaten, nun wirklich einzubinden. Der richtige Spass hat erst begonnen...

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Kommentare (1)Add Comment
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Respekt!
geschrieben von Marcel Salein, June 01, 2009
Hallo Mario,

ich bin gerade mal wieder über Facebook hier auf Deinen Seiten gelandet und ich muss sagen, dass ich die Beiträge über eigenen Verlag, Inhalt des Magazins usw. sehr interessiert gelesen habe. Hut ab, dass Du das alles in Angriff nimmst - ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg bei diesem Vorhaben und wenn ich Dich irgendwie unterstützen kann (was ich momentan nicht glaube), dann lass es mich wissen.

Kann man die erste Ausgabe in einem gut sortierten Zeitschriftenhandel in Walldorf kaufen? smilies/wink.gif Wenn nicht, dann muss ich Ende Oktober in Wien einkaufen gehen. Ich bin gespannt und drück Dir die Daumen!

Beste Grüße
Marcel

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 12. Mai 2009 um 22:36  

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