Heute habe ich die ersten direkten Gespräche mit mehreren Personen geführt, die für den Start der Satirezeitschrift Rappelkopf wichtig sind. Und diese Plaudereien in Wiener Kaffehäusern waren wirklich ermutigend, ich fand wirkliches Interesse und positive Zustimmung vor. Das Wichtigste vorweg: die Finanzierung steht in groben Zügen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass die erste Ausgabe am 15. Oktober 2009 erscheint, sehr hoch geworden.Zuerst mal gab's ein sehr langes Gespräch mit zwei äußerst pfiffigen Investoren, in dem nicht nur der Finanzplan ins kleinste Detail diskutiert wurde, sondern auch die Inhalte und die Qualität des künftigen satirischen Leitblattes durchgenommen wurden. Was mir wichtig war: dass ein Investor nicht nur investiert und sich zurückhält, sondern danach giert, das Produkt auch wirklich selber zu konsumieren. Dass er wirkliches Interesse an der Produktqualität und am Bestand des Verlages hat, und deshalb bei Geschäftskontakten immer wieder auch Rappelkopf im Hinterkopf hat und Gelegenheiten erkennt und fördert. Auch wenn klarerweise nicht alle Ideen, potentielle Kooperationen oder Geschäftsbeziehungen realisiert werden, einfach die Tatsache, dass permanent Fäden zur Verknüpfung aufgenommen und angeboten werden, kann nur ein Vorteil für den Erfolg des Magazins werden.
Eine für mich noch offene Frage ist die Anteilsverteilung. Die Investoren werden zu gleichen Teilen Startkapital einbringen, genauso wie ich selbst. Allerdings werden von mir noch immaterielle Werte wie die seit zwei Jahren in Betrieb befindliche Website, sowie die Domänen in die Gesellschaft eingebracht werden. Und da stellt sich die Frage, wie diese immateriellen Werte zu bewerten sind.
Ein weiteres Gespräch fand mit einem Unternehmensberater statt, der uns durch die Unternehmensgründung, der Ausarbeitung des besten Gesellschaftsmodells und der Navigation durch den Förderdschungel helfen wird. Schön dabei ist, dass ein Grossteil der anfallenden Beratungskosten durch das WIFI abgegolten wird und wir einen wirklichen Experten hinzuziehen können.
Interessant war ein Gespräch mit Harald Havas, dem früheren Chefredakteur des in den neunziger Jahren eingestellten Comic Forums. Seine vergangenen und aktuellen Tätigkeiten und die daraus resultierenden Erfahrungen und Kontakte könnten sich als wertvoll und kritisch für das Satiremagazin erweisen. Nicht nur textet und zeichnet er selbst, er schreibt auch satirische Bücher und ist Chefredakteur für verschiedene Spezialzeitschriften. Auch macht er Interviews, wie beispielsweise jenes mit Michael Niavarani im aktuellen Wiener. Und so nebenbei könnte er ein kritischer Sparingspartner sein.
Mit einem ersten Zeitschriftendesigner habe ich ausführlich gesprochen und bin meine Vorstellungen anhand verschiedener Satire- und Comicmagazine durchgegangen. Was mir am Gespräch gefallen hat, war das gezeigte echte Interesse an der Sache, bereits garniert mit ersten eigenen Ideen. Nicht nur ein weiterer Job, sondern wirklich Leidenschaft am Projekt. Dem Layouter wird nämlich eine wichtige Rolle zufallen. Seine/Ihre Aufgabe wird es sein, einen entsprechenden Designentwurf zu erstellen, der es erlaubt den Inhalten entsprechend angepasst werden zu können, trotzdem aber Flexibilität beibehält. Ich verfolge ganz klar das Ziel, dass ein hochwertiges Layout erstellt wird, das den Leser wirklich anspricht - und zum Kaufe reizt und branchenspezifische Preise erringen kann.
Auch steht fest, wer für Rappelkopf die Rechtsberatung machen wird. Gerade Satiremagazine stehen immer mit einem Fuss im Kriminal, weil nicht jeder Humor versteht, vor allem wenn er gegen ihn selbst gerichtet ist. Deshalb muss ein Rechtsanwalt herangezogen werden, der nicht nur einen groben Rahmen im Sinne von "was geht - was geht eher nicht?" erstellt, sondern auch die kritischen Texte und Zeichnungen vor Drucklegung begutachtet. Und mit dem sprach ich heute.
Im einstündigen Meeting in der Wiener Innenstadt erhielt ich einen kleinen Überblick. Zu beachten sind etwa üble Nachrede, Beleidigung, Verleumdung, Verletzung von Marken- und Urheberrechten. Was unbedingt zu vermeiden ist, dass durch eine Unachtsamkeit gleich zu Anfang der Verlag zu Tode geklagt wird. Das heisst aber nicht, dass Rappelkopf ausschliesslich brave Texte bringen wird - ganz im Gegenteil. Wir sind ja kein Bienenzüchterverein -- wobei, wenn ich es recht überlege: gerade in diesen Kleinstvereinen sind oft die schlimmsten Streitereien zuhause.
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